Erbendorf – ein Team in Lauerstellung

Nach einer sehr zufriedenstellend absolvierten Punkterunde 2018/19, ein 6. Rang stand für die junge Erbendorfer Truppe am Ende zu Buche, wollte sich die Steinwaldelf auch in der neuen Spielzeit im Bereich des vorderen Tabellendrittels einordnen. Nach zwei Jahren, in denen er den personellen Umbruch beim TSV mit voran getrieben hat, hatte sich Coach Stefan Rupprecht im Mai verabschiedet und suchte eine neue Herausforderung. Der „Neue“ auf der Kommandobrücke war praktisch ein „Altbekannter“, denn mit Muhammet Dal (zuletzt selbst spielender Co-Trainer und gleichzeitig Coach der „Zweiten“) hatte ein Mann aus den eigenen Reihen nun das sportliche Sagen. „Mo“ nahm sich vor, mit neuen Ideen den eingeschlagenen Weg mit den Jungs aus dem Kreinzl-Stadion fortzusetzen, hierzu stand ihm ein nahezu unverändertes Spieleraufgebot zur Verfügung.

Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit verlief gut, dennoch wusste die Steinwaldelf Ende Juli noch nicht so recht, wo sie steht. Denn nahm man den Verlauf der Testspiele als Gradmesser, war es schwierig, die aktuelle Form des TSV zu beschreiben, zu unterschiedlich waren die Ergebnisse. Eines stand jedoch fest, die Standfestigkeit der Dal-Männer wurde schon zum Auftakt in höchstem Maße geprüft, denn in Vohenstrauß baute sich gleich eine der höchsten Mauern auf, die es zu überwinden galt. So bedurfte es quasi von 0 auf 100 einer starken Leistung, um dem Favoriten erfolgreich Paroli zu bieten. Mit einer 0:2-Niederlage kehrte man wohl in die Heimat zurück, doch hatte man sich gut aus der Affäre gezogen.

Die Ergebnisse in den folgenden drei Auftritten  jedoch erweckten für den neutralen Beobachter den Eindruck, dass dem TSV eine schwere Saison bevorstehen würde. 2:6 gegen Plößberg, 0:3 gegen „Dumba“ und gar 0:8 (allerdings stark ersatzgeschwächt) bei den Ostlern in Weiden. In Erbendorf dagegen blieb man ruhig, denn man wusste um die Qualität der Truppe, die diese dann im Heimspiel gegen Hirschau das erste Mal auf den Platz brachte. Dieses nicht unbedingt zu erwartende 4:1 gegen die Kaoliner sollte die Initialzündung sein für eine mehr als beeindruckende Erfolgsserie, die den schon zum Abstiegskandidaten erklärten TSV Woche für Woche weiter in der Tabelle nach oben katapultierte. Die gesamte restliche Vorrunde blieb die Dal-Crew ungeschlagen (insgesamt 10 Wochen), erst der Ligaprimus aus Vohenstrauß zum Rückrundenstart die schon fast unheimlich anmutende Phase des Ungeschlagenseins. Nach einer weiteren Einbuße in Plößberg zeigten die Männer um die Torjäger Sandro Hösl und Bastian Wiesent dann in der finalen Partie des Jahres gegen den FC Weiden-Ost noch einmal, warum sie mittlerweilen in der Spitzengruppe angekommen war. Nach dem knappen 2:1 überwintern die „Gelb-Schwarzen“ auf Rang 6 mit 6 Punkten und einem Spiel Rückstand auf den aktuellen Zweiten aus Plößberg.

In dieser Tabellenregion fühlt sich die Steinwaldelf nun wohl, möchte dort weiter verweilen und im Buhlen um den Aufstiegsrelegationsplatz vielleicht noch ein Wörtchen mitreden. Spielertrainer Muhammet Dal blickt in einem kurzen Interview mit FuPa zurück und gibt Einblick in aktuell Interessantes rund um sein Team. 

Mo, kurzer Rückblick auf die bisher absolvierten Spiele. Bist du mit dem Gezeigten bisher zufrieden?
Wir hatten einen mehr als schwierigen Start mit vier Niederlagen am Stück, auch weil sich meine Mannschaft eine Veränderung unserer Spielweise erst verinnerlichen musste. Nach dem ersten Sieg gegen Hirschau haben wir uns aber stabilisiert und kein Spiel mehr in der Hinrunde verloren. Deswegen müssen wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein.

Was ist euer Ziel für die im März beginnende Restrückrunde?
Unser Ziel ist es, noch ein paar Tabellenplätze nach oben zu klettern.

Hat sich in der Winterpause am Kader etwas verändert?
Externe Neuzugänge haben wir keine. Auch haben wir keinen Abgang zu verzeichnen. Jedoch kehrt unser Kapitän, Philipp Heindl, nach einem Kreuzbandriss wieder zurück. Er konnte bislang noch kein Spiel in dieser Saison machen. Erfreulich ist auch, dass der ehemalige Spielführer, Christoph Müller, wieder zum Kader stößt. Er konnte längere Zeit nicht mehr wegen einer schweren Knieverletzung spielen.

Wie verläuft euere Vorbereitung?
Offizieller Start der Vorbereitung ist Samstag, 15. Februar. Höhepunkt ist ein viertägiges Trainingslager am Gardasee Anfang März, an dem 40 Mann teilnehmen.

An welchen Stellschrauben musst du deiner Meinung nach noch drehen?
Wir wollen uns in jedem Mannschaftsteil verbessern bzw. weiterentwickeln.

Zum Schluss wollen wir von dir eine Prognose. Wer wird das Rennen um Platz 1 machen, wer muss runter in die Kreisklasse und wo wird die Steinwaldelf am Saisonende stehen?
Die Meisterschaft ist der SpVgg Vohenstrauß nicht mehr zu nehmen. Sie hat sich bereits einen riesigen Vorsprung auf die Verfolger erspielt. Zum Thema Absteiger möchte ich mich nicht äußern, weil ich das keiner Mannschaft wünsche. Und wir? Wie schon gesagt, wir wollen, wenn möglich, noch ein paar Stufen auf der Tabellenleiter nach oben steigen.

Quelle: fupa.net