„Wir wollen etwas bieten“

Der Turn- und Sportverein ist mit seinen rund 1000 Mitgliedern der größte Verein der Stadt und zählt auch im Landkreis zu den Größten. Heuer kann der Verein auf 125 Jahre zurückblicken. Und das wird gefeiert. Bereits seit Monaten bereitet ein extra eingesetzter Festausschuss mit den Vertretern der einzelnen Sparten sowie dem Vorstand des Hauptvereins die Festwoche vor. Doch bis es im Juni soweit ist, sind noch viele Arbeitseinsätze notwendig. „Mit unserem ausgearbeiteten Festprogramm möchten wir unseren Mitgliedern, der Bevölkerung sowie Gästen aus nah und fern etwas bieten“, stellt TSV-Vorsitzender Bernhard Reis fest. „Tolle Musik und natürlich viel Sport sind dabei.“ Dazu zählen Fußballspiele, Turnvorführungen und vieles mehr.

Von Donnerstag, 13. Juni, bis Sonntag, 16. Juni, wird das Jubiläumsfest am Sportzentrum im Kreinzl gefeiert. Auftakt ist ein Festabend am Donnerstag. Unter dem Motto „Weißblauer Abend“ sorgen am Freitag die „Lederhos´n Lackl“ für Stimmung im Festzelt. „Pop nach acht erlebt in Erbendorf wieder ein Revival“, freut sich Vorsitzender Bernhard Reis. „Pn8“ wird am Samstagabend auf der Bühne stehen. Der Sonntag, der voll und ganz im Zeichen des Sports steht, klingt am Abend mit dem Musiker Walter Kobel aus.

Vom Turnverein zum TSV
„Das genaue Festprogramm wird in nächster Zeit offiziell vorgestellt“, kündigte der TSV-Vorsitzende an. Denn der Festausschuss ist gerade noch über dem „Feinschliff.“ Das gesamte Fest wird sich beim Sportzentrum im Kreinzl abspielen. Dort soll auch das Festzelt aufgebaut werden. Übrigens nicht zum ersten Mal. Schon das 100-Jährige des TSV wurde dort ganz groß anlässlich der Einweihung des neuen Sportzentrums gefeiert. Der TSV Erbendorf kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Am 3. März 1894 wurde der Verein in der Wohnstube des Spediteurs Wilhelm Rose im Anwesen Bräugasse 34 – wo heute das neue Bürgerhaus entstehen soll – aus der Taufe gehoben. Gründungsvorstand war der Stadttürmer und Musikmeister Adam Kapl. Zum 10-jährigen Bestehen im Jahre 1904 wurde die erste Vereinsfahne geweiht.

Zehn Jahre später hatte der Verein seinen ersten Turnplatz (heute stehen hier das Betreute Wohnen sowie das Caritas-Altenheim in der Jahnstraße), der aus einem Ackerfeld hergestellt wurde und im Eigentum des Turnvereins war. Ein weiterer Meilenstein war die Errichtung der vereinseigenen Turnhalle – der späteren Stadthalle – am Turnplatz im Jahr 1921. Das im Jahr 1924 das „Heimatfest mit 800-Jahrfeier der Stadt Erbendorf“ gefeiert werden konnte, ist dem damaligen Vorstand des Turnvereins, dem Färbereibesitzer Hans Schiffmann, zu verdanken. Denn er gewann für diese Idee den Stadtrat und die Bürger. So konnte in diesem Rahmen auch das 30. Gründungsfest des Turnvereins sowie das 60-Jährige der Feuerwehr gefeiert werden.

Im Jahre 1926 erreichte eine Riege von 12 Turnern den ersten Preis im Vereinswettturnen in der Stärkeklasse D mit der Note „sehr gut“. Besonders stolz waren die Turner, dass sie die Übungen dem Kronprinzen Rupprecht von Bayern vorführen durften. Ein langsames Ende des Turnvereins kam mit dem Dritten Reich. Im Zweiten Weltkrieg kam das sportliche Leben zum Erliegen. Auch aufgrund der vielen zum Kriegsdienst eingezogenen Turner konnte der Verein seine Turnhalle nicht mehr halten. Im Dezember 1942 erfolgte der Verkauf an die Stadt Erbendorf.

Wiedergründung 1946
Im Gasthof „Zum roten Roß“ erfolgte am 10. Februar 1946 die Wiedergründung des Vereins unter dem neuen Namen „Turn- und Sportverein“. Es gelang, auch frühere andere Sportvereinigungen, wie beispielsweise die Fußballer, mit einzubinden. Selbst Boxen und Radsport war mit vertreten. Mit dem neuen Verein ging es rasant bergauf. Bereits kurze Zeit nach der Gründung wurde mit der Anlage eines Fußballplatzes auf dem Areal des ehemaligen Bergwerks am Meinauweg begonnen. 1957 konnte sich der TSV über ein eigens Sportheim am Fußballplatz freuen.

Neue Bleibe
Ein geregelter Betrieb in der Turnhalle war in den 1960er Jahre nur noch schwer möglich. Eine neue Bleibe fanden die Sparten 1968 in der neugebauten Schulturnhalle. Ein für den TSV großer Wunsch ging Anfang der 1990er Jahre in Erfüllung: Das Sportzentrum im Kreinzl. 2008 ging die Doppelsporthalle an der Schule in Betrieb, die ebenfalls vom Turn- und Sportverein genutzt wird.

Heute zählt der TSV um die 1000 Mitglieder. Unter seinem Dach sind die Sparten Fußball, Kegeln, Ski, Tennis, Tischtennis und Turnen aktiv. Gemeinsam packen die Mitglieder jetzt an, um das „125-Jährige“ groß zu feiern.